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Reisepass vorläufig oder Express 2026: Kosten & Dauer

Der vorläufige Reisepass kostet bundeseinheitlich 26 Euro, wird im Bürgeramt sofort ausgestellt und gilt höchstens ein Jahr. Der Express-Reisepass ist ein vollwertiger biometrischer Pass mit 32 Euro Zuschlag – insgesamt 102 Euro ab 24 Jahren – und liegt in der Regel am dritten Werktag nach Eingang der Bestellung bei der Bundesdruckerei abholbereit in Ihrer Passbehörde. Wichtig für USA-Reisen: Mit dem vorläufigen Reisepass ist keine Einreise über ESTA möglich, Sie benötigen dann ein Visum – wer kurzfristig in die USA muss, wählt deshalb fast immer den Express-Pass.

Stand: 26.08.2026.

Was ist der Unterschied zwischen vorläufigem Reisepass und Express-Reisepass?

Beide Dokumente lösen dasselbe Problem – die Reise steht kurz bevor, ein gültiger Pass fehlt –, aber auf völlig unterschiedliche Weise. Der vorläufige Reisepass ist ein maschinenlesbares Dokument ohne elektronischen Chip, das die Passbehörde direkt vor Ort ausstellt; Sie können ihn sofort mitnehmen, er gilt jedoch nach § 5 Passgesetz höchstens ein Jahr. Der Express-Reisepass ist dagegen kein eigenes Dokument, sondern ein ganz normaler biometrischer Reisepass mit Chip, den die Bundesdruckerei gegen Zuschlag in einem beschleunigten Verfahren produziert. Er ist zehn Jahre gültig, bei Antragstellern unter 24 Jahren sechs Jahre, und weltweit uneingeschränkt einsetzbar. Als Faustregel gilt: Der Express-Pass ist der vollwertige Pass, nur schneller; der vorläufige Pass ist eine Notlösung mit Einschränkungen, vor allem bei Reisen in die USA.

Was kosten vorläufiger Reisepass und Express-Reisepass 2026?

Die Gebühren sind in Paragraf 27 der Passverordnung bundesweit einheitlich festgelegt – anders als bei vielen kommunalen Verwaltungsleistungen gibt es hier keine örtlichen Unterschiede, München, Karlsruhe und Trier verlangen exakt dieselben Beträge. Der vorläufige Reisepass kostet 26 Euro, unabhängig vom Alter. Der reguläre Reisepass kostet 70 Euro für Antragsteller ab 24 Jahren und 37,50 Euro für Jüngere. Für das Expressverfahren wird zusätzlich ein Zuschlag von 32 Euro fällig; der Express-Reisepass kostet damit insgesamt 102 Euro beziehungsweise 69,50 Euro. Beachten Sie: Beantragen Sie den Pass bei einer nicht zuständigen Behörde oder außerhalb der Dienstzeiten, verdoppelt sich die Gebühr. Hinzu kommen können kleinere Nebenkosten, etwa 6 Euro, wenn die Behörde das Passfoto direkt am Foto-Terminal erstellt – auch diese Gebühr ist in der Passverordnung bundeseinheitlich festgelegt.

Wie schnell ist der Express-Reisepass da?

Das Expressverfahren beschleunigt die Produktion bei der Bundesdruckerei in Berlin. Geht die Bestellung dort werktags bis 12:00 Uhr ein, liegt der fertige Reisepass in der Regel am darauffolgenden dritten Werktag abholbereit in Ihrer Passbehörde – gezählt werden Montag bis Freitag, ohne Feiertage und ohne Betriebsschließungstage am Berliner Sitz des Passherstellers. In der Praxis sollten Sie ab Antragstellung knapp eine Woche einplanen, denn hinzu kommen die Übermittlung des Antrags, die Benachrichtigung durch das Bürgeramt und Ihr Abholtermin. Zum Vergleich: Beim regulären Verfahren dauert es laut behördlichen Angaben – etwa im BayernPortal – in der Regel mindestens zwei Wochen, teilweise auch mehrere Wochen; die Stadtverwaltung Ludwigshafen nennt in der Regel mindestens drei Wochen. Wessen Abflug noch gut eine Woche entfernt ist, kommt mit dem Expressverfahren also meist rechtzeitig an den vollwertigen Pass.

Wie schnell bekomme ich den vorläufigen Reisepass und wie lange gilt er?

Den vorläufigen Reisepass stellt die Passbehörde sofort aus – Sie verlassen das Bürgeramt mit dem fertigen Dokument in der Hand. Voraussetzung ist, dass Sie die Dringlichkeit durch Nachweise glaubhaft machen, etwa mit Flugticket oder Buchungsbestätigung, und dass selbst das Expressverfahren nicht mehr rechtzeitig vor Reiseantritt zum Ziel führen würde. Das Dokument ist maschinenlesbar, enthält aber keinen Chip und gilt höchstens ein Jahr; eine Verlängerung ist gesetzlich ausgeschlossen. Es ist als Überbrückung gedacht: Sinnvollerweise beantragen Sie im selben Termin den regulären Reisepass gleich mit. Sobald dieser fertig ist, müssen Sie den vorläufigen Pass bei der Abholung zurückgeben; er wird entwertet. Wer den vorläufigen Pass als Dauerlösung nutzen möchte, zahlt am Ende doppelt, denn nach spätestens zwölf Monaten ist ohnehin ein neuer Antrag fällig.

Warum reicht der vorläufige Reisepass für die USA nicht?

Die USA erlauben die visumfreie Einreise über das Visa-Waiver-Programm mit ESTA nur mit einem elektronischen Reisepass, also einem Pass mit Chip. Der vorläufige Reisepass hat keinen Chip – eine Einreise mit ESTA ist damit ausgeschlossen, selbst wenn bereits eine gültige ESTA-Genehmigung vorliegt. Das Auswärtige Amt stellt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen klar: Die Einreise mit vorläufigem Reisepass ist nur mit Visum möglich. Ein US-Visum müssen Sie bei einer US-Auslandsvertretung beantragen; das kostet Zeit und ist kurzfristig kaum realistisch. Dasselbe gilt für eine Rückreise über die USA, etwa bei Zwischenstopps. Wer kurzfristig in die USA muss, sollte deshalb praktisch immer den Express-Reisepass wählen. Prüfen Sie auch bei anderen Zielländern vor Abreise die Hinweise des Auswärtigen Amts, denn einzelne Staaten akzeptieren vorläufige Pässe nicht oder verlangen ein Visum.

Wann ist welcher Pass die richtige Wahl?

Die Entscheidung hängt am Abreisedatum und am Reiseziel. Liegen zwischen Antrag und Abflug noch mindestens fünf bis sieben Werktage, ist der Express-Reisepass fast immer die bessere Wahl: Mit 102 Euro ab 24 Jahren kostet er kaum mehr, als vorläufiger und später regulärer Pass zusammen kosten würden (96 Euro), gilt aber zehn Jahre und wird weltweit anerkannt. Der vorläufige Reisepass ist die richtige Lösung, wenn die Reise innerhalb der nächsten ein bis vier Tage beginnt und das Zielland ihn akzeptiert – für die USA scheidet er wegen der Visumpflicht praktisch aus. Bei Reisen innerhalb der EU genügt häufig ohnehin der Personalausweis, dann brauchen Sie unter Umständen gar keinen Pass. Nennen Sie im Bürgeramt im Zweifel Ihr konkretes Abreisedatum und lassen Sie sich beide Optionen durchrechnen.

Wie läuft die Beantragung im Bürgeramt ab?

Beide Varianten beantragen Sie persönlich bei der Passbehörde Ihres Hauptwohnsitzes, in der Regel im Bürgeramt; viele Städte vergeben Termine online und halten für nachgewiesene Notfälle gesonderte Kontingente bereit. Mitbringen müssen Sie ein aktuelles biometrisches Passfoto – vielerorts können Sie es für 6 Euro direkt am Foto-Terminal der Behörde erstellen lassen –, Ihren Personalausweis oder bisherigen Reisepass sowie bei Minderjährigen die Ausweise und die Zustimmung der Sorgeberechtigten. Für den regulären und den Express-Pass werden zusätzlich Fingerabdrücke erfasst; beim vorläufigen Pass legen Sie stattdessen Ihren Dringlichkeitsnachweis vor. Die Gebühr zahlen Sie bei der Antragstellung. Den vorläufigen Pass nehmen Sie sofort mit; den Express-Pass holen Sie nach Benachrichtigung ab oder lassen ihn sich gegen 15 Euro Aufpreis direkt an Ihre Wohnadresse schicken.

Welche Zusatzkosten und Fallstricke sollten Sie kennen?

Kalkulieren Sie Puffer ein: Beim Expressverfahren zählen nur Werktage von Montag bis Freitag, Feiertage und Betriebsschließungstage am Berliner Sitz der Bundesdruckerei verlängern die Frist. Verzögert sich die Lieferung dennoch, wird Ihnen der Express-Zuschlag von 32 Euro laut Bundesinnenministerium zurückerstattet. Teuer wird es, wenn Sie den Pass nicht bei Ihrer zuständigen Behörde beantragen oder eine Ausstellung außerhalb der Dienstzeiten benötigen – dann verdoppelt sich die Gebühr, aus 26 Euro für den vorläufigen Pass werden beispielsweise 52 Euro. Vielreisende können den Express-Pass für 22 Euro Aufschlag mit 48 statt 32 Seiten bestellen. Bedenken Sie außerdem die Laufzeit: Der reguläre Pass gilt zehn Jahre, unter 24 Jahren sechs Jahre, der vorläufige nur höchstens eines – auf die Nutzungsdauer gerechnet ist der Express-Pass fast immer die wirtschaftlichere Wahl.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem vorläufigen Reisepass per ESTA in die USA einreisen?
Nein. Das Visa-Waiver-Programm mit ESTA setzt einen elektronischen Reisepass mit Chip voraus, den der vorläufige Reisepass nicht hat. Laut Auswärtigem Amt ist die USA-Einreise mit vorläufigem Reisepass nur mit einem Visum möglich, das Sie vorab bei einer US-Auslandsvertretung beantragen müssen.
Wie lange dauert der Express-Reisepass wirklich?
Geht die Bestellung werktags bis 12:00 Uhr bei der Bundesdruckerei ein, liegt der Pass in der Regel am darauffolgenden dritten Werktag abholbereit in der Passbehörde. Rechnen Sie ab Antragstellung insgesamt mit knapp einer Woche, da Übermittlung, Benachrichtigung und Abholung hinzukommen. Feiertage und Betriebsschließungstage verlängern die Frist.
Was kostet der vorläufige Reisepass?
Der vorläufige Reisepass kostet nach § 27 der Passverordnung bundeseinheitlich 26 Euro, unabhängig vom Alter. Die Gebühr verdoppelt sich auf 52 Euro, wenn eine nicht zuständige Behörde ausstellt oder die Ausstellung außerhalb der Dienstzeiten erfolgt.
Wird der vorläufige Reisepass in allen Ländern anerkannt?
Nein. Einzelne Staaten akzeptieren ihn nicht oder verlangen zusätzlich ein Visum – prominentestes Beispiel sind die USA, wo ESTA mit dem chiplosen Dokument nicht möglich ist. Prüfen Sie vor der Buchung die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Ihr Zielland.
Bekomme ich den Express-Zuschlag zurück, wenn sich die Lieferung verzögert?
Ja. Verzögert sich die Lieferung des im Expressverfahren bestellten Reisepasses an die Behörde, wird Ihnen der Zuschlag von 32 Euro laut Bundesinnenministerium zurückerstattet. Die Grundgebühr für den Pass selbst bleibt davon unberührt.

Jonathan B.

Alle Leistungs- und Gebührendaten stammen aus den amtlichen Verwaltungsportalen (PVOG/Landesredaktionen) und werden mit Stand-Datum ausgewiesen. Zuletzt aktualisiert am 26.08.2026.

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